meistgestellte Fragen zur Kurzarbeit       -  Stand 12.04.2020 – 15:15 Uhr

 

 Allgemeine Informationen zur Kurzarbeit / Kurzarbeitergeld (KUG) finden sie weiter unten.

 

 

1.    Muss eine Dokumentation/ ein Zeitnachweis über die verringerten Arbeitsstunden geführt werden?

 

Ja, dies ist zwingend notwendig.

Die Ermittlung des Arbeitsausfalls ist notwendig um die Anzeige über den Arbeitsausfall stellen zu können, die den Beginn der Beantragung von Kurzarbeitergeld darstellt.

 

zur Berechnung der Minderarbeit zur Verfügung, die benötigt wird, um den Arbeitsausfall zu ermitteln. 

Download: Muster Vorlage - KUG - Zeitnachweis

 

 

 

2.    Wie funktioniert das Kurzarbeitergeld allgemein?

 

Ist der Antrag bewilligt, funktioniert das Kurzarbeitergeld so: Ein Firmenchef schickt einen Mitarbeiter nach Hause, weil es im Betrieb nicht genug zu tun gibt. Der Arbeitgeber spart dadurch Lohnkosten, also bares Geld. Damit der Verdienstausfall beim Arbeitnehmer aber nicht zu groß ist, gleicht die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent, bei Vätern und Müttern 67 Prozent, des entgangenen Netto-Einkommens wieder aus.

 

Beispielsrechnung:

Eine Angestellte ohne Kinder, verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Netto bleiben ihr davon 1.938 Euro. Wegen des Coronavirus fällt ihrem Arbeitgeber die Hälfte der Aufträge weg und die Arbeitszeit wird entsprechend um die Hälfte verringert.

Der Bruttolohn der Mitarbeiterin schrumpft dadurch auf 1.500 Euro, auf ihrem Konto landen damit netto 1.129 Euro.

Sie hat also einen Nettoverdienstausfall von 809 Euro.

60 Prozent dieses Verlustes gleicht die Arbeitsagentur im Rahmen des Kurzarbeitergeldes aus. Sie überweist ihr also 485 Euro, sodass sie netto über ein monatliches Einkommen von 1.614 Euro verfügt 

 

 

 

3.    Bevor die Kurzarbeit angetreten wird muss der/die Arbeitnehmer/in seine Urlaubstage nehmen?

 

  • Ist Resturlaub aus 2019 vorhanden, muss dieser vor Eintritt in die Kurzarbeit genommen werden. 
     
  • Urlaubsansprüche aus 2020 müssen nur für das laufende Jahr verplant werden.
    verplant = vom Arbeitnehmer beantragt und vom Arbeitgeber bewilligt; schriftlich!

  • Überstunden müssen vorab genommen werden 

 

 

 

 

4.    Neue Mitarbeiter werden ab dem 01.04.2020 eingestellt und Kurzarbeit soll beantragt werden. Ist dies möglich?

 

·        Arbeitnehmer, die erst nach Beginn der Kurzarbeit eingestellt werden, haben im Regelfall keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, weil der Arbeitsausfall (durch Nichteinstellung) vermeidbar gewesen wäre.
Eine Ausnahme gilt dann, wenn zwingende Gründe für eine Arbeitsaufnahme während der Kurzarbeit vorliegen oder
wenn der Arbeitsvertrag bereits vor dem 11.03.20 unterschrieben wurde.

 

 

 

 

5.    Wer hat keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

·        Auszubildende, Rentner, Bezieher von Krankengeld und Aushilfen haben keinen Anspruch https://www.arbeitsrechte.de/kurzarbeit/

 

·        Beantragung nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte möglich, da dies über die Arbeitslosenversicherung abgewickelt wird

 

·       Nur in Ausnahmefällen: Angestellte Geschäftsführungen sowie Vertriebsmitarbeiter/-innen eines Unternehmens. (Diese Bereiche sollen dafür sorgen, dass neue Aufträge eingehen und KUG beendet werden kann)

 

 

 

 

 

6.    Kann ein Mitarbeiter seine geplante Elternzeit vorziehen?

·         Ja, er kann die Elternzeit vorverlegen, wenn der Arbeitgeber einverstanden ist.

 

 

 

 

7.    Arbeitnehmer wollen freiwillig ihren Jahresurlaub jetzt nehmen um weiterhin volles Gehalt zu beziehen. Ist das möglich?

·         Ja, dies ist möglich
https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/kurzarbeit-rechte-und-pflichten-3-urlaub-waehrend-der-kurzarbeit_idesk_PI42323_HI569642.html

 

 

 

 

8.    Muss ein Vertrag über Kurzarbeitergeld mit den Arbeitnehmern vereinbart werden?

 

·       Vor Beantragung des Kurzarbeitergeldes muss das Unternehmen auch die Beschäftigten über die Kurzarbeitspläne informiert haben
und dort, wo es keinen Betriebsrat gibt, von jedem Einzelnen eine Einverständniserklärung zur Kurzarbeit einholen.

Quelle: Telefonat mit Agentur für Arbeit

 

 

 

 

9.    Welche Folgen hat die Verweigerung von Kurzarbeitergeld seitens des Arbeitnehmers?

 

·         Bei Verweigerung bekommt der Arbeitnehmer Kein KUG und ggf. kein Gehalt. Er müsste entlassen

Quelle: Telefonat Agentur für Arbeit

 

 

 

 

10.  Darf der Arbeitgeber trotz beantragten Kurzarbeitergeldes die Gehälter "aufstocken" und die Differenz weiter als normales Gehalt zahlen?

 

Ja das geht. Die Aufstockung auf die gewöhnliche Höhe des Gehaltes sind beitragspflichtig.

Wenn nur eine Teilaufstockung erfolgen soll, ist dies beitragsfrei soweit die Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld 80 Prozent des Gehaltes inklusive des Kurzarbeitergeld nicht übersteigen.

 

 

 

Kurzarbeit - Allgemein

 

Kurzarbeit kann vom Arbeitgeber nicht angeordnet werden und Bedarf der Zustimmung des Arbeitnehmers. Verweigert der Arbeitnehmer seine Zustimmung so könnte eine Kündigung aus betrieblichen Gründen zulässig sein (hierzu ist aber vorher eine arbeitsrechtliche Beratung einzuholen).

 

Betroffene Arbeitnehmer können dann Kurzarbeitergeld erhalten,

·         wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt (….).  

 

·         Voraussetzung: üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind Dies trifft derzeit in der Corona-Krise bereits zu, wenn 10 % der Beschäftigten von einer Arbeitszeitreduzierung betroffen sind.

 

 

·         Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn aufgrund des Corona-Virus Lieferungen ausbleiben und dadurch die Arbeitszeit verringert werden muss oder staatliche Schutzmaßnahmen dafür sorgen, dass der Betrieb vorrübergehend geschlossen wird.« 

·         Die Mitteilungen dürfen nicht als Freifahrtschein für die Gewährung von Kurzarbeitergeld im Zusammenhang mit dem Coronavirus missverstanden werden. Kommt Kurzarbeitgebergeld in Betracht, hat der Arbeitgeber gem. § 99 Abs. 1 SGB III gegenüber der zuständigen Agentur für Arbeit glaubhaft zu machen, dass ein erheblicher Arbeitsausfall besteht und die betrieblichen Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld erfüllt sind.

Bestätigt die Agentur für Arbeit, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat der Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten in einem zweiten Schritt das Kurzarbeitergeld zu beantragen. Die Anzeige des Arbeitsausfalls ist für die Fristwahrung nicht ausreichend.

Höhe des Kurzarbeitergeldes: Das Kurzarbeitergeld beträgt für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind 67% der Nettoentgeltdifferenz und für Arbeitnehmer ohne Kind 60% der Nettoentgeltdifferenz.

Weitere Aufstockungen durch den Arbeitgeber sind zur Milderung der Nachteile möglich.

Sofern keine (tarif-vertragliche) Rechtsgrundlage besteht, sind diese Arbeitgeberleistungen aber freiwillig. Der Betriebsrat kann sie nicht erzwingen. 

Kurzarbeitergeld wird nach aktuellem Stand für die Dauer von längstens zwölf Monaten gewährt. Der Zugang zur Kurzarbeit wurde erleichtert, er gilt rückwirkend zum 01.03.2020

 

Quelle:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld?fbclid=IwAR2pEWEtKPmGtbhp8I5qd8BCWLSP_URJ9ZuJ8dlEdHvWpxgAD_m78iE7rKc